Eine PV-Anlage ist für die meisten Haushalte eine Investition im fünfstelligen Bereich. Die folgenden Punkte helfen, vor dem ersten Angebotsgespräch selbst schon einzuschätzen, worauf es ankommt — nicht als Ersatz für eine Vor-Ort-Prüfung durch einen Fachbetrieb, sondern als Vorbereitung darauf.
1. Eigene Verbrauchsdaten zusammenstellen
Die letzten ein bis zwei Jahresabrechnungen des Stromanbieters zeigen den tatsächlichen Jahresverbrauch in kWh — deutlich verlässlicher als eine Schätzung nach Haushaltsgröße. Wer mittelfristig ein E-Auto oder eine Wärmepumpe plant, sollte diesen zukünftigen Mehrverbrauch bereits jetzt mitdenken, auch wenn er in der aktuellen Berechnung noch nicht mitzählt.
2. Dachfläche, Ausrichtung und Verschattung realistisch einschätzen
Nicht die gesamte Dachfläche ist nutzbar — Fenster, Kamine, Gauben und Sicherheitsabstände reduzieren die tatsächlich belegbare Fläche. Bei Satteldächern ist zudem oft nur eine der beiden Dachseiten gut ausgerichtet. Wie stark Abweichungen von der Südausrichtung den Ertrag tatsächlich verändern, behandelt der Artikel zu Ausrichtung und Neigung im Detail.
3. Dachzustand und Statik vorab prüfen (lassen)
Eine PV-Anlage soll 25+ Jahre halten — ein Dach, das in 5 Jahren ohnehin saniert werden muss, sollte idealerweise vorher erneuert werden, nicht danach (ein späterer Abbau und Wiederaufbau der Module kostet zusätzlich). Die Statik-Prüfung auf zusätzliche Dachlast gehört in die Hände eines Fachbetriebs, nicht in eine Selbsteinschätzung.
4. Speicher: ja, nein, oder später nachrüstbar?
Ob sich ein Stromspeicher wirtschaftlich lohnt, geht ein separater Artikel im Detail durch. Für die Kaufentscheidung wichtig: Viele Anlagen lassen sich so planen, dass ein Speicher später nachgerüstet werden kann, ohne die bestehende Anlage grundlegend zu verändern — das nimmt Entscheidungsdruck aus dem ersten Kaufgespräch.
Jetzt selbst rechnenBevor Sie in ein Beratungsgespräch gehen: Der Rechner liefert in wenigen Minuten eine erste, auf Ihre Angaben gestützte Einschätzung zu Anlagengröße und Ersparnis.5. Mehrere Angebote nach denselben Kriterien vergleichen
Angebote unterscheiden sich oft nicht nur im Preis, sondern in dem, was enthalten ist. Für einen fairen Vergleich sollten mindestens diese Punkte je Angebot gleich erfasst werden:
- Anlagengröße in kWp und verwendete Modulanzahl/-leistung
- Komponentenhersteller (Modul, Wechselrichter, ggf. Speicher) und deren Garantiezeiten
- Enthaltene Leistungen (Gerüst, Zählertausch, Anmeldung im Marktstammdatenregister) vs. optionale Zusatzkosten
- Angebotener Preis inklusive/exklusive Speicher, damit die Summen vergleichbar sind
6. Amortisation gegen realistische Richtwerte prüfen
Seriöse Amortisationszeiten liegen üblicherweise zwischen 8 und 13 Jahren. Ein Angebot, das eine deutlich kürzere Amortisation verspricht, sollte kritisch hinterfragt werden — meist stecken dahinter zu optimistisch angesetzte Strompreis- oder Ertragsannahmen. Der zugehörige Artikel zu Kosten & Förderung ordnet die einzelnen Kostenblöcke im Detail ein.
7. Förderung und steuerliche Rahmenbedingungen prüfen
Für PV-Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden gilt seit 2023 der Mehrwertsteuer-Nullsteuersatz — im Angebotspreis bereits enthalten, keine separate Rückerstattung nötig. Regionale oder kommunale Förderprogramme (z. B. zinsgünstige Kredite) sind zusätzlich möglich und sollten vor Vertragsabschluss separat geprüft werden, da sie sich nach Bundesland und Kommune unterscheiden.
