Balkonkraftwerk-Rechner

Zwei kurze Schritte, dann sehen Sie Jahresertrag, Eigenverbrauch, Ersparnis und Amortisationszeit für Ihr Steckersolargerät. Hintergrund zu Regeln und realistischen Erwartungen liefert der Artikel Balkonkraftwerk: Der Einstieg in Photovoltaik für Mieter und kleine Budgets

Balkonkraftwerk-Rechner

2 kurze Schritte — Ertrag und Amortisation für Ihr Steckersolargerät

Standort
Modul
Schritt 1 von 2
Wo hängt das Modul?
Ausrichtung und Neigung von Balkon oder Fassade
Ausrichtung
Neigung

So funktioniert der Rechner

1

Gerät beschreiben

Modulleistung und Ausrichtung des Balkons oder der Terrasse bestimmen den Ertrag. Die Ausrichtungs- und Neigungsfaktoren sind dieselben wie im Photovoltaik-Rechner.

2

Verbrauch einschätzen

Entscheidend ist die Grundlast, die ohnehin permanent läuft — Kühlschrank, Router, Standby. Was davon der Balkon deckt, ersetzt teuren Netzstrom.

3

Amortisation lesen

Anschaffungspreis geteilt durch jährliche Ersparnis. Bei Steckersolargeräten fällt das Ergebnis meist deutlich kürzer aus als bei einer Dachanlage.

Was seit dem Solarpaket I gilt

Die Einspeiseleistung des Wechselrichters ist auf 800 Watt begrenzt. Diese Grenze gilt seit der EEG-Änderung im Rahmen des Solarpakets I vom 16. Mai 2024. Anlagen bis zu dieser Leistung sind unkompliziert anmeldefähig: Es genügt die Eintragung im Marktstammdatenregister, eine gesonderte Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt.

Die installierte Modulleistung darf die 800 Watt deutlich überschreiten. Das ist kein Schlupfloch, sondern sinnvoll: Module erreichen ihre Nennleistung nur unter Normbedingungen, und mehr Modulfläche hebt vor allem den Ertrag an trüben Tagen und in den Randstunden — also genau dann, wenn die Grundlast trotzdem läuft.

Warum der Eigenverbrauchsanteil so hoch angesetzt ist

Der Rechner unterstellt, dass rund 85 Prozent des erzeugten Stroms im Haushalt bleiben. Das ist eine dokumentierte eigene Annahme und keine externe Quelle — sie folgt der Überlegung, dass 800 Watt selten über der Grundlast eines bewohnten Haushalts liegen. Wer tagsüber nie zu Hause ist und alle größeren Geräte abends nutzt, liegt darunter.

Für den eingespeisten Rest setzt der Rechner keinen Erlös an. Für Steckersolargeräte lohnt der Aufwand einer Einspeisevergütung in der Regel nicht, und ohne entsprechenden Vertrag verschenkt man den Überschuss ans Netz.

Was den Ertrag am Balkon begrenzt

Der größte Unterschied zur Dachanlage ist die Neigung. Senkrecht an der Brüstung montierte Module stehen in etwa 90 Grad und liegen damit deutlich unter dem Optimum von 30 bis 35 Grad — im Sommer, wenn die Sonne hoch steht, kostet das spürbar Ertrag. Eine leichte Aufständerung, wo sie zulässig ist, holt einen Teil davon zurück.

Der zweite Faktor ist Verschattung. Ein Balkon liegt oft in einer Häuserschlucht, und schon eine teilverschattete Zelle zieht die Leistung des gesamten Strangs nach unten. Wer die Wahl zwischen zwei Montageorten hat, sollte den mit der längeren unverschatteten Zeit nehmen, auch wenn die Ausrichtung dort schlechter ist.

Der dritte ist der eigene Tagesablauf. Weil der Rechner unterstellt, dass rund 85 Prozent des Stroms im Haushalt bleiben, hängt die Ersparnis daran, dass tatsächlich eine Grundlast läuft. In einem Haushalt, der tagsüber vollständig leer steht und abends alle Geräte anwirft, fällt der Anteil niedriger aus — und damit die Ersparnis.

Häufige Fragen

Brauche ich die Zustimmung des Vermieters?

Für die Montage an Balkonbrüstung oder Fassade ist grundsätzlich die Zustimmung nötig, weil in die Bausubstanz oder das Erscheinungsbild eingegriffen wird. Steckersolargeräte sind inzwischen gesetzlich privilegiert; die konkrete Ausgestaltung bleibt eine Rechtsfrage, die dieser Rechner nicht beantwortet.

Reicht eine normale Schuko-Steckdose?

Technisch funktioniert das und ist weit verbreitet. Der VDE empfiehlt eine spezielle Einspeisesteckdose. Im Zweifel klärt eine Elektrofachkraft, ob der Stromkreis dafür geeignet ist.

Warum amortisiert sich ein Balkonkraftwerk schneller als eine Dachanlage?

Weil die Anschaffung im niedrigen dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich liegt und fast der gesamte erzeugte Strom direkt teuren Netzstrom ersetzt, statt für 7,70 ct eingespeist zu werden. Die absolute Ersparnis bleibt trotzdem klein — es geht um einen Bruchteil des Haushaltsverbrauchs.

Muss ich das Gerät anmelden?

Ja, im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Seit dem Solarpaket I ist das der einzige verpflichtende Schritt für Geräte bis 800 Watt Einspeiseleistung.

Lohnt sich ein Speicher am Balkonkraftwerk?

Wirtschaftlich in der Regel nicht. Der Speicher kostet oft mehr als das Gerät selbst und kann nur den kleinen Überschuss von maximal 800 Watt Einspeiseleistung aufnehmen. Die Amortisation verlängert sich dadurch meist deutlich.

Was passiert bei einem Umzug?

Steckersolargeräte sind nicht fest mit dem Gebäude verbunden und lassen sich mitnehmen. Zu ändern ist dann der Eintrag im Marktstammdatenregister, weil sich der Standort ändert.