Gestehungskostenrechner

Was kostet eine selbst erzeugte Kilowattstunde Solarstrom wirklich — über die gesamte Lebensdauer der Anlage gerechnet? Drei kurze Schritte, dann sehen Sie Ihre Stromgestehungskosten in ct/kWh im direkten Vergleich zum aktuellen Netzstrompreis. Hintergrund und Methodik erklärt der Artikel Was kostet eine Kilowattstunde Solarstrom wirklich?

Gestehungskostenrechner

3 kurze Schritte — Ihre Stromgestehungskosten in ct/kWh

Anlage
Ertrag
Speicher
Schritt 1 von 3
Ihre Anlagengröße
Anlagenleistung und Investitionssumme
Anlagenleistung
2 kWp30 kWp
Investitionssumme
7.650 €13.600 €

Voreingestellt mit 1.300 €/kWp (Fraunhofer-ISE-Richtwert) — bei vorliegendem Angebot den echten Preis eintragen.

So funktioniert der Rechner

1

Anlage und Kosten

Anlagengröße und Investitionssumme bilden die Kostenseite. Optional kommt ein Speicher dazu.

2

Ertrag über die Lebensdauer

Der Jahresertrag wird über die technische Lebensdauer hochgerechnet, inklusive 0,5 Prozent Moduldegradation pro Jahr.

3

Vergleich mit dem Netzpreis

Das Ergebnis in ct/kWh steht direkt neben dem aktuellen Haushaltsstrompreis von 37,00 ct — die eigentliche Aussage dieser Kennzahl.

Was Stromgestehungskosten aussagen

Die Stromgestehungskosten, international LCOE, sind der Preis je Kilowattstunde, zu dem sich die Anlage über ihre Lebensdauer selbst trägt. Sie beantworten eine andere Frage als die Amortisationszeit: nicht wann das Geld zurück ist, sondern was die eigene Kilowattstunde kostet — und ob das unter oder über dem liegt, was der Versorger verlangt.

Die Rechnung ist denkbar einfach: sämtliche Kosten über die Lebensdauer geteilt durch den gesamten Ertrag über dieselbe Zeit. In die Kostenseite gehen die Investition, laufende Betriebskosten von rund einem Prozent der Investitionssumme pro Jahr und ein Wechselrichtertausch ein. In die Ertragsseite geht der Jahresertrag abzüglich Degradation.

Wo dieser Rechner vom Fraunhofer-Modell abweicht

Das vollständige Modell des Fraunhofer ISE diskontiert künftige Zahlungsströme mit einem Kapitalkostensatz. Dieser Rechner tut das nicht — er rechnet undiskontiert. Für eine Einordnung der Größenordnung reicht das; für eine Investitionsrechnung im Unternehmenskontext nicht.

Der zweite Unterschied liegt bei den Speicherkosten: Wir setzen 400 € je nutzbarer Kilowattstunde an, die Mitte aktueller Marktpreisübersichten. Das Fraunhofer-Modell arbeitet mit einer erheblich weiteren Spanne. Die Entscheidung für den Marktpreis ist bewusst — dieser Rechner begleitet eine Kaufentscheidung, keine Systemstudie.

Wie sich die Kennzahl über die Laufzeit verändert

Die Stromgestehungskosten sind kein fester Wert, sondern das Ergebnis einer Division — und beide Seiten bewegen sich. Auf der Ertragsseite sinkt die Leistung um rund 0,5 Prozent pro Jahr (NREL-Feldstudie, Medianwert); nach 25 Jahren liegt sie noch bei etwa 85 bis 90 Prozent. Diese Degradation ist im Rechner enthalten.

Auf der Kostenseite steht neben der Investition der laufende Betrieb mit rund einem Prozent der Investitionssumme pro Jahr für Versicherung, Zählermiete und Wartung, dazu ein einmaliger Wechselrichtertausch mit 1.000 bis 3.000 € im 13. Jahr (ADAC). Wer diese beiden Posten weglässt — was viele Überschlagsrechnungen tun —, kommt auf deutlich zu niedrige Gestehungskosten.

Nicht enthalten ist ein Kapitalkostensatz. Wer die Anlage finanziert, muss die Zinsen zusätzlich auf die Kostenseite nehmen; das vollständige Fraunhofer-ISE-Modell tut genau das über eine Diskontierung. Für eine Größenordnung im Vergleich zum Netzstrompreis von 37,00 ct reicht die einfachere Rechnung.

Häufige Fragen

Warum liegen meine Gestehungskosten unter dem Strompreis?

Weil Photovoltaik in Deutschland inzwischen zu den günstigsten Erzeugungsarten gehört. Fraunhofer ISE beziffert Dachanlagen auf einen Bereich deutlich unterhalb des Haushaltsstrompreises von 37,00 ct. Genau diese Differenz ist der wirtschaftliche Kern einer PV-Anlage.

Ist die Einspeisevergütung eingerechnet?

Nein. Die Stromgestehungskosten sind eine reine Kostenkennzahl und bewusst erlösfrei. Was Sie mit dem Strom verdienen — Eigenverbrauch oder Einspeisung — beantwortet der Photovoltaik-Rechner.

Warum erhöht ein Speicher die Gestehungskosten?

Weil er die Kostenseite erhöht, ohne eine einzige zusätzliche Kilowattstunde zu erzeugen. Ein Speicher verschiebt Strom in der Zeit; für diese Kennzahl ist das eine reine Zusatzinvestition. Seinen Nutzen zeigt der Speicher-Rechner.

Mit welcher Lebensdauer wird gerechnet?

Mit der technischen Lebensdauer nach Fraunhofer ISE, nicht mit den 20 Jahren der Einspeisevergütung. Module laufen nach Ablauf der Förderung weiter, nur die Vergütung für den Überschuss endet.

Warum sinken die Gestehungskosten mit der Anlagengröße?

Weil ein Teil der Kosten unabhängig von der Leistung anfällt: Gerüst, Anfahrt, Netzanschluss und Planung. Verteilt auf mehr Kilowattpeak sinkt der Anteil je kWh. Deshalb ist eine größere Anlage je Kilowattstunde günstiger — vorausgesetzt, die Fläche gibt sie her.

Wie vergleiche ich den Wert mit meinem Stromtarif?

Direkt. Beide sind Cent je Kilowattstunde. Liegen Ihre Gestehungskosten unter dem Arbeitspreis Ihres Tarifs, ist jede selbst verbrauchte Kilowattstunde günstiger als die gekaufte. Für den eingespeisten Anteil gilt der Vergleich nicht — dort zählt die Einspeisevergütung von 7,70 ct.