Speicher-Rechner
Ein Batteriespeicher erhöht Ihre Autarkie, kostet aber Geld. Dieser Rechner schätzt nüchtern ab, wie viel mehr Strom Sie mit einem Speicher selbst verbrauchen, was das pro Jahr bringt und ob sich die Investition innerhalb der Speicher-Lebensdauer amortisiert. Hintergründe liefert der Artikel Speicher-Wirkungsgrad: Worauf es ankommt.
Speicher-Rechner
Lohnt sich der Batteriespeicher zu Ihrer PV-Anlage?
So funktioniert der Rechner
Anlage und Verbrauch
Anlagengröße und Jahresverbrauch bestimmen, wie viel Überschuss überhaupt anfällt — ohne Überschuss gibt es nichts zu speichern.
Speichergröße wählen
Als Ausgangspunkt schlägt der Rechner 1,2 kWh je 1.000 kWh Jahresverbrauch vor (HTW Berlin, Unabhängigkeitsrechner-FAQ). Der Wert ist frei änderbar.
Ergebnis einordnen
Mehr-Eigenverbrauch in Kilowattstunden, jährliche Zusatzersparnis in Euro und die Amortisation des Speichers allein — nicht die der gesamten Anlage.
Was ein Speicher wirtschaftlich tatsächlich tut
Ein Speicher erzeugt keinen Strom. Er verschiebt Strom, der sonst für 7,70 ct ins Netz gegangen wäre, in eine Stunde, in der Sie ihn brauchen und sonst für 37,00 ct gekauft hätten. Der Mehrwert je zusätzlich selbst verbrauchter Kilowattstunde ist also die Differenz der beiden Preise, rund 29 ct — nicht der volle Strompreis.
Daraus folgt die gesamte Rechnung: Amortisation gleich Speicherinvestition geteilt durch Mehr-Eigenverbrauch mal dieser Differenz. Der Mehr-Eigenverbrauch kommt aus derselben Autarkie-Kennlinie wie der Hauptrechner, einmal ohne und einmal mit Speicher gerechnet. Eine eigene Faustregel benutzt dieser Rechner bewusst nicht — eine solche wich an anderer Stelle bereits um den Faktor 1,57 ab.
Gedeckelt wird der Effekt durch das, was die Anlage überhaupt erzeugt: Ein großer Speicher an einer kleinen Anlage kann nicht mehr zwischenspeichern, als an Überschuss anfällt.
Warum die Antwort oft ernüchternd ausfällt
Mit 400 € je nutzbarer Kilowattstunde (Mitte der Marktpreisspanne von 300 bis 470 € für LiFePO₄-Systeme, Stand 2026) liegt die Amortisation eines Speichers häufig nahe an seiner erwarteten Lebensdauer oder darüber. Der Rechner beschönigt das nicht und weist aus, ob sich der Speicher innerhalb seiner Lebensdauer trägt.
Es gibt gute Gründe für einen Speicher jenseits der Rendite — Notstromfähigkeit, Unabhängigkeit vom Netz, die Vorbereitung auf ein E-Auto. Dieser Rechner beantwortet ausschließlich die wirtschaftliche Frage.
Wann sich ein Speicher trotz der Zahlen lohnen kann
Die Rechnung dieses Werkzeugs ist rein wirtschaftlich. Es gibt Gründe für einen Speicher, die darin nicht vorkommen und trotzdem zählen: eine notstromfähige Anlage, die bei Netzausfall weiterläuft; die Vorbereitung auf ein E-Auto oder eine Wärmepumpe, die den Eigenverbrauch später ohnehin anheben; oder schlicht der Wunsch nach Unabhängigkeit vom Versorger.
Wirtschaftlich verändert sich das Bild vor allem dann, wenn der Verbrauch steigt. Ein Speicher an einem Haushalt mit 3.000 kWh Jahresverbrauch sieht anders aus als derselbe Speicher bei 8.000 kWh mit Wärmepumpe. Wer den Ausbau plant, sollte den Rechner mit dem künftigen Verbrauch füttern, nicht mit dem heutigen.
Umgekehrt gilt: Ein Speicher, der deutlich größer ist als der typische Tagesüberschuss, steht einen erheblichen Teil des Jahres ungenutzt herum und verlängert die Amortisation, ohne die Autarkie nennenswert zu heben. Die Faustregel von 1,2 kWh je 1.000 kWh Jahresverbrauch ist eher eine Obergrenze als ein Mindestwert.
Häufige Fragen
Wie groß sollte der Speicher sein?
Als Ausgangspunkt gilt etwa 1,2 kWh je 1.000 kWh Jahresverbrauch (HTW Berlin). Größer heißt nicht automatisch besser: Was über den typischen Tagesüberschuss hinausgeht, bleibt einen großen Teil des Jahres ungenutzt und verlängert die Amortisation.
Warum erreiche ich mit Speicher keine 100 Prozent Autarkie?
Weil im Winter schlicht zu wenig Sonne da ist, um den Bedarf zu decken, und ein saisonaler Speicher in Haushaltsgröße nicht existiert. Die HTW Berlin weist ausdrücklich darauf hin, dass volle Autarkie mit sinnvoll dimensionierten Speichern nicht erreichbar ist; der ADAC nennt bis zu 85 Prozent als Obergrenze.
Zählt die Speicherinvestition in die Steuerbefreiung?
Der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG gilt auch für den Speicher, wenn er zusammen mit einer Anlage auf einem Wohngebäude angeschafft wird. Der Rechner setzt die Kosten deshalb brutto gleich netto an.
Wie lange hält ein Speicher?
Hersteller geben für LiFePO₄-Systeme üblicherweise Garantien über eine bestimmte Zahl von Ladezyklen oder über zehn Jahre. Der Rechner vergleicht die errechnete Amortisation mit dieser Größenordnung und sagt, ob sie darunter liegt.
Warum liefert der große Rechner leicht andere Werte?
Sollte er nicht. Beide leiten den Mehr-Eigenverbrauch aus derselben Funktion ab; über einen Prüflauf mit 216 Kombinationen beträgt die größte Abweichung 1 kWh und stammt aus der Rundung.