Wie wir rechnen
Unsere elf Rechner geben Größenordnungen aus, keine Angebote. Damit Sie einschätzen können, wie belastbar eine Zahl ist, steht hier jede Konstante mit Wert, Quelle und Stand — und darunter, was das Modell nicht kann.
Heute rechnen wir mit 37,00 ct je selbst verbrauchter Kilowattstunde und 7,70 ct Vergütung für eingespeisten Strom aus Anlagen bis 10 kWp.
Woher der Ertrag kommt
Sobald Sie eine Postleitzahl eingeben, holt der Photovoltaik-Rechner die Einstrahlung und die zwölf Monatserträge für diese Koordinaten aus PVGIS, der Datenbank des EU Joint Research Centre. Das ist kein deutschlandweiter Mittelwert, sondern die gemessene Einstrahlung an Ihrem Standort. Tragen Sie zusätzlich eine Straße ein, wird der Kartenpunkt darauf verschoben; Sie können ihn auch von Hand ziehen.
Ohne Postleitzahl rechnen wir mit 950 kWh je kWp und Jahr. Das ist die Mitte der Praxisspanne von 850 bis 1.150 kWh/kWp — brauchbar für eine erste Größenordnung, aber eben nicht Ihr Dach. Der Unterschied zwischen Flensburg und Freiburg liegt bei rund einem Fünftel des Jahresertrags.
Die übrigen zehn Rechner fragen keinen Standort ab und arbeiten mit diesem Durchschnittswert. Sie teilen sich alle Konstanten mit dem Photovoltaik-Rechner, statt eigene Annahmen mitzubringen.
Autarkiegrad ist nicht Eigenverbrauchsquote
Die beiden Prozentwerte werden häufig verwechselt, auch in Anbieter-Rechnern. Sie beziehen sich auf verschiedene Größen und bewegen sich mit der Anlagengröße in entgegengesetzte Richtungen.
- Autarkiegrad — Anteil Ihres Verbrauchs, den die Anlage deckt. Steigt, je größer die Anlage im Verhältnis zum Verbrauch ist.
- Eigenverbrauchsquote — Anteil des erzeugten Stroms, den Sie selbst nutzen. Sinkt, je größer die Anlage wird, weil mehr Überschuss anfällt.
Eine Anlage kann gleichzeitig 65 % Autarkie und 45 % Eigenverbrauchsquote haben. Der Ergebnis-Screen zeigt deshalb beide Balken übereinander, mit demselben orangen Mittelstück: dem selbst genutzten Solarstrom.
Die Konstanten
Jeder Wert unten steht so auch im Quellcode, mit Quelle, Stand und Prüf-Rhythmus im Kommentar darüber. Diese Seite liest die Werte direkt aus derselben Datei — sie kann gegenüber der Rechnung nicht veralten.
Ertrag
| Größe | Wert | Quelle und Begründung | Stand |
|---|---|---|---|
| Einstrahlung und Monatserträge | PVGIS, für Ihre Koordinaten | EU Joint Research Centre | je Abfrage live |
| Systemverluste, an PVGIS übergeben | 14 % | PVGIS-Standardwert (Kabel, Wechselrichter, Verschmutzung, Temperatur) | — |
| Jahresertrag ohne Standortdaten | 950 kWh/kWp | Fraunhofer ISE (≈922 Volllaststunden); Praxisspanne 850–1.150, Mitte gewählt | Aug 2026 |
| Moduldegradation | 0,5 %/Jahr | NREL-Feldstudie, Median; Fraunhofer-ISE-Langzeitmessung liegt niedriger | Aug 2026 |
Geld
| Größe | Wert | Quelle und Begründung | Stand |
|---|---|---|---|
| Haushaltsstrompreis | 37,00 ct/kWh | BDEW-Strompreisanalyse, Referenzhaushalt 3.500 kWh/Jahr | April 2026 |
| Einspeisevergütung bis 10 kWp | 7,70 ct/kWh | Bundesnetzagentur, § 49 EEG — Teileinspeisung (Überschuss) | Inbetriebnahme 1.8.2026–31.1.2027 |
| … Anteil 10–40 kWp | 6,66 ct/kWh | Bundesnetzagentur, § 49 EEG | Inbetriebnahme 1.8.2026–31.1.2027 |
| … Anteil 40–100 kWp | 5,44 ct/kWh | Bundesnetzagentur, § 49 EEG | Inbetriebnahme 1.8.2026–31.1.2027 |
| Volleinspeisung bis 10 kWp | 12,22 ct/kWh | Bundesnetzagentur, § 21 Abs. 1 / § 53 Abs. 1 EEG — nur nachrichtlich, fließt nicht in die Rechnung ein | Inbetriebnahme 1.8.2026–31.1.2027 |
| Systemkosten Anlage | 1.300 €/kWp | Fraunhofer ISE (1.015 €/kWp im Mittel) gegen Anbieterpreise inkl. Marge 1.100–1.500; oberes Ende gewählt | 2026 |
| Speicherkosten | 400 €/kWh nutzbar | Marktpreisübersichten LiFePO₄, 300–470 €/kWh, Mitte gewählt | 2026 |
| Betriebskosten | 1 %/Jahr der Investition | Praxisquellen nennen 1–2 %; unteres Ende gewählt | Aug 2026 |
| Wechselrichter-Austausch | Jahr 13, 1.000–3.000 € | ADAC: Lebensdauer 10–15 Jahre, Austauschkosten gedeckelt auf diese Spanne | Aug 2026 |
| Strompreissteigerung | 2 %/Jahr | Eigene, bewusst vorsichtige Annahme — wirkt NUR in der 25-Jahres-Projektion, nicht im angezeigten Jahreswert | — |
Dach und Anlage
| Größe | Wert | Quelle und Begründung | Stand |
|---|---|---|---|
| Modulleistung | 420 Wp | ADAC, aktuelle Modulgeneration | Aug 2026 |
| Flächenbedarf Schrägdach | 4,7 m²/kWp | ADAC-Planungsfläche inkl. Abstand und Montagerahmen (reine Panelfläche wäre 4,4) | Aug 2026 |
| Flächenbedarf Flachdach, aufgeständert | 12 m²/kWp | Mehrere PV-Ratgeber übereinstimmend 10–14 m²/kWp wegen Reihenabstand; Mitte gewählt | Aug 2026 |
Eigenverbrauch und Speicher
| Größe | Wert | Quelle und Begründung | Stand |
|---|---|---|---|
| Autarkie ohne Speicher | 30–55 % | ADAC — direkt als Ober- und Untergrenze der Kennlinie verwendet, nicht selbst geschätzt | Aug 2026 |
| Autarkie mit Speicher, Obergrenze | 85 % | ADAC; HTW Berlin weist ausdrücklich darauf hin, dass 100 % nicht erreichbar sind | Aug 2026 |
| Vorschlag Speichergröße | 1,2 kWh je 1.000 kWh Jahresverbrauch | HTW Berlin, Unabhängigkeitsrechner-FAQ — Vorbelegung im Rechner, frei änderbar | — |
CO₂
| Größe | Wert | Quelle und Begründung | Stand |
|---|---|---|---|
| Emissionsfaktor Netzstrom | 344 g/kWh | Umweltbundesamt, Emissionsbilanz Strommix | Jahreswert 2025 |
Was das Modell nicht kann
Fünf Einschränkungen, die wir kennen und nicht wegrunden. Wer eine Zahl von uns weiterverwendet, sollte sie kennen.
Kein Lastgang, sondern eine Kennlinie
Wie viel Solarstrom Sie tatsächlich selbst verbrauchen, hängt davon ab, wann im Tagesverlauf Sie ihn brauchen. Eine saubere Antwort darauf verlangt ein viertelstündliches Lastprofil. Wir rechnen stattdessen mit einer Kennlinie aus vier Stützpunkten, deren Ober- und Untergrenzen die offiziell kommunizierten ADAC-Spannen sind, verschoben um Ihre Angabe zur Tageszeit. Das trägt für eine Größenordnung. Für die Auslegung einer konkreten Anlage ersetzt es keine Fachplanung.
Der Speicher kann die Amortisation rechnerisch verkürzen
In einem Teil der Fälle amortisiert sich eine Anlage mit Speicher in unserem Modell minimal schneller als dieselbe Anlage ohne. Das ist betriebswirtschaftlich unplausibel — ein Speicher kostet zusätzlich Geld und spart nur die Differenz zwischen Strompreis und Einspeisevergütung. Wir haben es gemessen: über Dachflächen von 20 bis 160 m², Jahresverbräuche von 1.500 bis 15.000 kWh und Speicher von 1 bis 20 kWh tritt der Effekt in 79 Kombinationen auf, maximal mit 0,6 Jahren. Der Schwerpunkt liegt bei stark überdimensionierten Anlagen, deren Ertrag mindestens doppelt so hoch ist wie der Jahresverbrauch; bei üblicher Auslegung bleibt die Abweichung unter 0,2 Jahren. Ursache sind zwei belegte Werte, die sich an dieser Stelle ungünstig überlagern (die ADAC-Autarkiekurve und der Speicherpreis). Wir lassen sie stehen, statt das Ergebnis passend zu korrigieren.
Speicherpreise: Markt statt Modellinput
Wir rechnen mit 400 €/kWh nutzbarer Kapazität, der Mitte aktueller Marktpreisübersichten. Das Fraunhofer-ISE-Modell für Stromgestehungskosten setzt eine deutlich weitere Spanne an. Wir haben uns bewusst für den Marktpreis entschieden, weil unsere Rechner eine Kaufentscheidung begleiten und keine Systemstudie sind.
Die Strompreissteigerung wirkt nur in der Langfristrechnung
2 % pro Jahr sind eine Annahme, keine Quelle. Sie fließt ausschließlich in die 25-Jahres-Projektion ein. Der prominent angezeigte Jahreswert rechnet mit dem heutigen Strompreis — steigende Preise erhöhen ihn nicht künstlich.
Die EEG-Reform 2027 ist nicht eingerechnet
Der Regierungsentwurf (Stand Juli 2026) sieht vor, die feste 20-jährige Einspeisevergütung ab 2027 schrittweise durch eine befristete Übergangszahlung zu ersetzen. Beschlossen ist das nicht. Unsere Rechner unterstellen die heute geltende Regelung: Der bei Inbetriebnahme gültige Satz gilt 20 Jahre lang fest.
Die Quellen
Verlinkt ist jeweils die Themenseite der Organisation, nicht die Einzelausgabe einer Studie — Studienreihen bekommen jährlich eine neue Adresse. Welche Ausgabe für einen Wert gilt, steht oben in der Spalte „Stand“.
- PVGISEU Joint Research Centre
- Sonneneinstrahlung und Monatserträge für die exakten Koordinaten Ihrer Adresse
- BDEWBundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft
- Haushaltsstrompreis und saisonales Lastprofil
- BundesnetzagenturEEG-Fördersätze, § 49 EEG
- Einspeisevergütung samt Staffelung über 10 kWp und Mieterstromzuschlag
- Fraunhofer ISEInstitut für Solare Energiesysteme
- Systemkosten je kWp, Volllaststunden und Stromgestehungskosten
- HTW BerlinForschungsgruppe Solarspeichersysteme
- Speicher-Dimensionierung und gemessene Systemwirkungsgrade
- ADACRatgeber Photovoltaik
- Autarkiegrade, Haushaltsverbrauch und Wechselrichter-Austauschkosten
- UmweltbundesamtEmissionsbilanz Strommix
- CO₂-Faktor je Kilowattstunde Netzstrom
Wann wir nachziehen
- Einspeisevergütung — zu jeder halbjährlichen EEG-Degression, Stichtage 1. Februar und 1. August, sowie nach jeder Gesetzesänderung.
- Strompreis — jährlich mit der neuen BDEW-Strompreisanalyse.
- CO₂-Faktor — mit jedem neuen Jahreswert des Umweltbundesamts.
- System- und Speicherkosten — wenn sich die Marktlage erkennbar verschiebt, mindestens jährlich.
Ein Wert, der Ihnen falsch vorkommt, ist eine nützliche Rückmeldung: Jede Zahl auf dieser Seite hat eine nachprüfbare Herkunft, also lässt sich ein Streit darüber entscheiden.
Photovoltaik-Rechner
Alle Konstanten oben, angewendet auf Ihr Dach: Ertrag, Ersparnis und Amortisation mit der Einstrahlung für Ihre Postleitzahl.
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